So allein in dem Gewühl
Was für ein tristes Blog, genau darauf hat die Welt gewartet!
Nein, hat sie nicht, aber um ehrlich zu sein, ich schreibe das alles hier nicht für die Welt, sondern um mich selbst dazu zu zwingen, mich mit ihr längerfristig zu befassen. Genauer gesagt: ein Jahr lang. Die Welt, die Gesellschaft ist mein Neujahrsvorsatz für 2008. Wie kommt's?
Zunächst zu mir. Ich, weiblich, lebe in Wien, habe die 30 überschritten und bin alleinstehend. Das war lange Zeit nur für mein direktes Umfeld (ich habe ja durchaus Freunde und Familie) ein Problem, weil man ja schließlich... der Mensch ist ja ein geselliges Tier... und die (Enkel)Kinder fallen einem nicht von selbst in den Schoß, da muss man schon was dafür tun... usw. Je älter ich werde, desto argwöhnischer beäugt mich mein Umfeld, umso mehr, als ich mich in den letzten paar Jahren tatsächlich immer mehr von der Menschheit zurückgezogen habe. Und jetzt kommt das große Geständnis: Ich mag keine Menschen. Zumindest nicht im großen und ganzen. Einzelne Vertreter mögen ja durchaus erträglich sein, aber ich könnte diese an den Fingern einer Hand abzählen. Gut, vielleicht zweier Hände, die andere Hand habe ich eben noch nicht getroffen.
Menschen irritieren mich. Ich verstehe nicht wirklich, wie sie funktionieren, ich weiß nur, dass sie es anders tun, als ich, und ich bin Egoist (oder Narziss?) genug, um mich ihnen nichtmal dann angleichen zu wollen, wenn ich wüsste, wie. Oder um es frei nach Henry Higgins' Worten zu deklamieren: "Why can't mankind be more like ME?!"
Lustigerweise besteht das Interet zu einem Großteil aus Leuten, die sich für anders halten, wobei jeder dieser Andersartigen auch gleichzeitig ein Unikat zu sein scheint, denn der eine Andere ist mit dem anderen Anderen selten kompatibel. Sie sind also niemals gemeinsam, sondern stets getrennt anders. Ich habe ja durchaus schon einige von diesen Leuten - männlich wie weiblich - in natura getroffen. Konnte dabei selten etwas an ihnen ausmachen, das sie für mich aus dem großen Pool der übrigen Menschheit herausgehoben hätte, sie schienen mir einfach wie der ganze unverständliche Rest, und ich schätze, ihnen wird es mit mir genauso gegangen sein.
Man verstehe mich nicht falsch, ich bin keinesfalls ein Soziopath! Ich kann problemlos auf Leute zugehen und fühle mich auch in Gruppen nicht unwohl. Aber ich lasse sie alle außen vor. Da dringt nichts durch außer vielleicht einem leisen Anflug von Sympathie. Ich verliebe mich darum wohl auch nicht. Zumindest nicht längerfristig. Nach dem dritten Gespräch mit derselben Person wird diese für mich meist sehr schnell langweilig. Dann sehne ich mich schon wieder nach meiner liebgewonnenen Einsamkeit.
Paul, mein guter Freund und Ratgeber in Sachen soziale Kompetenz, meint, ich liefe vor irgendwas davon, wahrscheinlich vor mir selbst. Ich liebe solche Ratschläge, weil sie einem genau gar nicht weiterhelfen. Aber ich gestehe, ich mache mir langsam selbst Gedanken über meine wachsende Misanthropie, deshalb habe ich mich von Paul zu diesem Experiment überreden lassen. Ich will der Welt ein Jahr lang die Chance geben, meine Meinung über sie zu revidieren. Ich will offen auf sie zugehen oder sie auf mich zukommen lassen, nachdem ich sie nun lange Jahre abgewehrt habe. Und ich muss darüber schreiben, sonst lässt mein Wille nach.
Und somit erklärt sich auch dieses Blog. Es ist mein Zuckerbrotpeitschchen. Mein Selbstdiziplinator. Zugleich aber auch mein Zeuge, dass die Welt vermutlich genau so ist, wie ich sie immer schon gesehen habe. Am 31.12.2008 wird Bilanz gezogen!
Nein, hat sie nicht, aber um ehrlich zu sein, ich schreibe das alles hier nicht für die Welt, sondern um mich selbst dazu zu zwingen, mich mit ihr längerfristig zu befassen. Genauer gesagt: ein Jahr lang. Die Welt, die Gesellschaft ist mein Neujahrsvorsatz für 2008. Wie kommt's?
Zunächst zu mir. Ich, weiblich, lebe in Wien, habe die 30 überschritten und bin alleinstehend. Das war lange Zeit nur für mein direktes Umfeld (ich habe ja durchaus Freunde und Familie) ein Problem, weil man ja schließlich... der Mensch ist ja ein geselliges Tier... und die (Enkel)Kinder fallen einem nicht von selbst in den Schoß, da muss man schon was dafür tun... usw. Je älter ich werde, desto argwöhnischer beäugt mich mein Umfeld, umso mehr, als ich mich in den letzten paar Jahren tatsächlich immer mehr von der Menschheit zurückgezogen habe. Und jetzt kommt das große Geständnis: Ich mag keine Menschen. Zumindest nicht im großen und ganzen. Einzelne Vertreter mögen ja durchaus erträglich sein, aber ich könnte diese an den Fingern einer Hand abzählen. Gut, vielleicht zweier Hände, die andere Hand habe ich eben noch nicht getroffen.
Menschen irritieren mich. Ich verstehe nicht wirklich, wie sie funktionieren, ich weiß nur, dass sie es anders tun, als ich, und ich bin Egoist (oder Narziss?) genug, um mich ihnen nichtmal dann angleichen zu wollen, wenn ich wüsste, wie. Oder um es frei nach Henry Higgins' Worten zu deklamieren: "Why can't mankind be more like ME?!"
Lustigerweise besteht das Interet zu einem Großteil aus Leuten, die sich für anders halten, wobei jeder dieser Andersartigen auch gleichzeitig ein Unikat zu sein scheint, denn der eine Andere ist mit dem anderen Anderen selten kompatibel. Sie sind also niemals gemeinsam, sondern stets getrennt anders. Ich habe ja durchaus schon einige von diesen Leuten - männlich wie weiblich - in natura getroffen. Konnte dabei selten etwas an ihnen ausmachen, das sie für mich aus dem großen Pool der übrigen Menschheit herausgehoben hätte, sie schienen mir einfach wie der ganze unverständliche Rest, und ich schätze, ihnen wird es mit mir genauso gegangen sein.
Man verstehe mich nicht falsch, ich bin keinesfalls ein Soziopath! Ich kann problemlos auf Leute zugehen und fühle mich auch in Gruppen nicht unwohl. Aber ich lasse sie alle außen vor. Da dringt nichts durch außer vielleicht einem leisen Anflug von Sympathie. Ich verliebe mich darum wohl auch nicht. Zumindest nicht längerfristig. Nach dem dritten Gespräch mit derselben Person wird diese für mich meist sehr schnell langweilig. Dann sehne ich mich schon wieder nach meiner liebgewonnenen Einsamkeit.
Paul, mein guter Freund und Ratgeber in Sachen soziale Kompetenz, meint, ich liefe vor irgendwas davon, wahrscheinlich vor mir selbst. Ich liebe solche Ratschläge, weil sie einem genau gar nicht weiterhelfen. Aber ich gestehe, ich mache mir langsam selbst Gedanken über meine wachsende Misanthropie, deshalb habe ich mich von Paul zu diesem Experiment überreden lassen. Ich will der Welt ein Jahr lang die Chance geben, meine Meinung über sie zu revidieren. Ich will offen auf sie zugehen oder sie auf mich zukommen lassen, nachdem ich sie nun lange Jahre abgewehrt habe. Und ich muss darüber schreiben, sonst lässt mein Wille nach.
Und somit erklärt sich auch dieses Blog. Es ist mein Zuckerbrotpeitschchen. Mein Selbstdiziplinator. Zugleich aber auch mein Zeuge, dass die Welt vermutlich genau so ist, wie ich sie immer schon gesehen habe. Am 31.12.2008 wird Bilanz gezogen!
menschenleer - 1. Jan, 13:59
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deprifrei-leben - 12. Feb, 22:13
Sehr schön zu lesen und ich bin gespannt, was bei diesem Experiment rauskommt.

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