Träume

19
Mrz
2008

Traum 3

Mit beachtlicher Verspätung ist mir soeben wieder ein Traumdetail von heute Nacht eingefallen. Da dies nun schon der dritte Traum ist, den ich hier notiere, habe ich mir vorgenommen, daraus einen eigenen Menüpunkt zu machen und ergo die Tradition weiter zu verfolgen.

Zu heute Nacht (es ist wieder kurz, knapp und völlig sinnentleert, wer mir dazu also eine handfeste Analyse liefern kann, wird mein Freund):

Ich saß auf einer Art Tribüne. Es muss sich um einen Zuschauersaal in einem Amphitheater oder Stadion gehandelt haben, denn die Sitzreihen liefen sehr steil nach oben, so dass man dem Vordermann auf den Scheitel schauen konnte. Vor mir saß der Schlagersänger Max Raabe, und als ich so auf seinen Oberkopf starrte, entdeckte ich dort einen kahlen Fleck.
Wer den Mann schon mal gesehen hat, wird wissen, dass er die Haare im Stil der 30er Jahre immer streng nach hinten gekämmt trägt und diese natürliche Tonsur somit wirklich nur sichtbar war, wenn man einen Blickwinkel einnahm, wie ich ihn im Traum hatte, also direkt von oben herab.

Aber damit nicht genug. Inmitten des kahlen Fleckes prangte überdies eine dicke Warze, also eins von jenen fleischigen, dreidimensionalen Muttermalen, die manche Leute auch im Gesicht mit sich rumtragen. Und während ich so auf die ersten Anzeichen der Männerglatze herabblickte, dachte ich still bei mir: "Na, lange wird er den bubenhaften Dandy nicht mehr spielen können."

Das war's auch schon. Eindrücklich war mir bei diesem Traum das Gefühl der Vergänglichkeit. Interessant, dass ich dies anhand des langsamen Verfalls einer anderen, nicht meiner eigenen Person feststellte, aber das war vermutlich eine Schutzmaßnahme meines Unterbewusstseins.

Für mutige Interpretationen bin ich dankbar!

14
Mrz
2008

Schon wieder ein Traum

Ich hatte wieder einen. Keine Ahnung, wovon der in seiner Gesamtheit handelte, diesmal erinnere ich mich wirklich nur noch an eine kurze Sequenz daraus - allerdings befremdet mich diese.

Die Sequenz stammt aus Kafkas Erzählung "In der Strafkolonie", und zwar just jene Szene, in welcher sich der ehemalige Gefangenenwärter selbst auf die Foltermaschine legt, um dem Besucher(?) deren Funktion zu demonstrieren.
Man vergebe mir falsche Bezeichnungen, ich habe die Erzählung zum letzten Mal gelesen, als die Mauer in Berlin noch stand, sprich, zu Schulzeiten. Ich weiß nicht mehr genau, warum dieser Besucher die Strafkolonie inspiziert und ob diese nun aufgelassen wird oder nicht (andererseits, wir sprechen hier von Kafka, es ist gut möglich, dass diese Information überhaupt nicht gegeben wird), bin jetzt aber zu träge, um das Buch rauszusuchen.

Eins nur vorweg: Es ist eine überaus erschütternde Erzählung. Es geht um eine Foltermaschine, welche über eine komplizierte, mechanisch gesteuerte Anreihung von Nadeln und Klingen eine Art Grafitti in die nackte Rückenhaut ihres eingespannten Opfers ritzt. Um den Gefolterten am Schreien zu hindern, gibt es auch eine Art Knebel, mir scheint es ist ein Filzpropfen. Dieser wird dem zu Folternden vollautomatisch in den Mund geschoben, und weil das, was danach folgt, an die Grenzen des Erträglichen geht, ist dieser Pfropfen auch getränkt mit Speichel, Blut und Erbrochenem der Vorgänger.

Die Szene, welche in der Erzählung beschrieben wird, zeigt wie erwähnt den ehemaligen Wärter, der die Stilllegung seiner geliebten Foltermaschine überaus bedauert. Und so gönnt er ihr eine letzte Ehrenrunde, indem er sich selbst auf den Stuhl schnallt und das Gerät in Betrieb setzt. Es folgt der Knebel, vor dem den Wärter zunächst ekelt, aber dann "nimmt er ihn an". Diese Szene, genau diese, und dieses demütige "Annehmen" des vollgekotzten Filzes - genau das habe ich geträumt. In Technicolor. Und es war im Traum genauso erschütternd, wie in der Erzählung. Und ich erinnere mich, dass mich damals, zu Schulzeiten, genau dieser Pfropfen am allermeisten erschüttert hat. Viel mehr noch, als die darauf folgende Folter des Mannes, die Fehlfunktion der Maschine und der grausame Tod, den er letztlich stirbt.

Ich wollte dieses Erlebnis nur mal geteilt haben. Falls mir jemand erklären kann, was sich tiefenpsychologisch hinter dem Traum verbergen mag, sei er herzlich dazu eingeladen.
Des weiteren empfehle ich wirklich jedem sich die Erzählung zu Gemüte zu führen. Kafka ist sowieso immer empfehlenswert. Die gesammelten "Erzählungen" sind als Fischer TB erhältlich.

Und morgen gehe ich aus, das ist definitiv!

6
Mrz
2008

Ein Traum

Frau twoblogs will sich auf meine Kosten amüsieren und vermisst weitere Beiträge. Nun, der Dame kann geholfen werden!

In der Nacht auf gestern hatte ich einen absonderlichen Traum. Worum es konkret ging, weiß ich nicht mehr, erinnere mich dafür an 3 Details umso heftiger:

1. Der Ort der Handlung war die einstige Babenbergerpassage am Ring, die gegenwärtig für Clubbings, Schicki-Micki-Parties und derlei Dinge genutzt wird, bei denen ich noch nie physisch zugegen war.
2. Die handelnden Personen waren außer mir noch Anna Netrebko und Rolando Villazon. Letzterer nannte erstere ständig Maria, was aber normal war.
3. Ich hatte Flügel.

Von der Handlung selbst hat sich meinem Gedächtnis lediglich das (mit wachem Verstand betrachtet) peinlichste Detail erhalten. Wie die Opernfreunde unter meinen Lesern wissen, sind die Netrebko und Villazon gute Freunde und auf der Bühne das Traumpaar schlechthin. Anna Netrebko ist des weiteren und meiner persönlichen Einschätzung nach eine der schönsten Operndiven überhaupt. Sie kann aber auch singen, und das ist wichtig, denn nur schön sein ist kein Talent. Stimmlich entspricht sie zwar nicht ganz meinem Geschmack (ich habe gerne helle Soprane, ihre Stimme ist aber - typisch russisch - sehr dunkel timbriert), aber ich bin durchaus als Fan des Gespanns Netrebko-Villazon zu bezeichnen.
Dies mal zur Einführung.
In meinem Traum waren die beiden genau so gute Freunde, wie auch im realen Leben, und die Netrebko war genauso hübsch wie im realen Leben. Und was macht Villazon? Er kommt zu mir und gesteht mir völlig unerwartet, dass er mich für wunderschön halte.

Dass er im realen Leben verheirateter Vater ist, lassen wir jetzt mal außen vor. Viel peinlicher finde ich, dass ich mir jetzt schon derartige Szenarien zusammenträume, wo ein Mann mir Komplimente macht, obwohl nebendran eine der schönsten Frauen, die ich kenne, sitzt. Was sagt das über mich aus? Richtig. Nooooootstand!

Ich weiß nur noch, dass ich über das Kompliment geehrt war und irgendwann meine Schwingen ausbreitete und aus der Passage rausflog. Rolandos Bewunderung verlieh mir wohl im wahrsten Sinne des Wortes Flügel.

So. Das war's auch schon. Ich finde die Sache hochnotpeinlich, aber was tut man nicht alles, um seine einzige treue Leserin bei Laune zu halten. ;-)

Abgesehen davon habe ich eine gute Erklärung dafür, warum ich wenig zu erzählen habe: Ich sagt ja bereits, ich würde wieder mit dem Studieren beginnen. Naja, das Sommersemester hat eben eingesetzt und ich bin gerade dabei, mich als altes Pferd in dieser mir schon sehr fremd gewordenen Umgebung wieder einzugewöhnen und neue Kunststückchen zu erlernen.
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Menschenleer

ein Baum allein im Wald...

Worum es geht

Dokumentierter Versuch, mich als Misanthrop zu resozialisieren und in meiner direkten Umgebung Menschen kennenzulernen, die mich nicht nach fünf Minuten langweilen. Ach ja, Zyniker bin ich auch noch, und da ich in Wien lebe, ist mein Projekt ohnehin zum Scheitern verurteilt.
Ich bin übrigens weiblich, verzichte aber aus Bequemlichkeit auf die feminine Form. Hier geht's zur Selbstdarstellung.

Erreichbar unter

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